Verner Panton: Leben und Lebenswerk - Eine Fotoausstellung am Hafen von Bogense

Diese Ausstellung folgt Verner Pantons Weg von Nordfünen auf die internationale Designbühne und erzählt die Geschichte, wie große Ideen an kleinen Orten entstehen können.

VERNER PANTON 100 JAHRE

Aus dem ruhigen Nordfünen wuchs einer der visionärsten Designer des 20. Jahrhunderts heran. Verner Panton wurde als Architekt in der nordischen Designtradition von Schlichtheit, Handwerk und Zurückhaltung ausgebildet – doch er dachte über diese Tradition hinaus und brach sie mit einem farbreichen und sinnlichen Ansatz für Design und Architektur. Gemeinsam mit Marianne Panton stellte er die gängigen Vorstellungen infrage, wie wir wohnen, leben und unsere Umgebung wahrnehmen.

Mit Licht, Farben, Formen und neuartigen Materialien schuf Panton nicht nur Möbel und Räume, sondern Erlebnisse. Er war davon überzeugt, dass unsere Umgebung uns beeinflusst – unsere Stimmung, unseren Körper und unseren Geist – und er ermutigte uns, eingespielte Muster zu überdenken und unserer Wahrnehmung mehr Raum zu geben.  

Diese Ausstellung folgt Pantons Weg von Nordfünen auf die internationale Designbühne und erzählt die Geschichte, wie große Ideen an kleinen Orten entstehen können.

Hårslev Schule

Foto:Verner Panton Design AG

KINDHEIT AUF NORDFÜNEN

Verner Panton wurde auf Westfünen geboren, wuchs aber auf Nordfünen auf. Zu Beginn lebte die Familie in Hårslev, wo sein Vater, Henry Panton, den Gasthof Hårslev (Hårslev Kro) als Pächter betrieb. Später pachtete Verner Pantons Vater auch den Gasthof Mørkenborg bei Stillebæk sowie den Gasthof „Kom Igen“ bei Langesø. Pantons Kindheit in diesen nordfünischen Gasthöfen sollte später eine große Rolle in seiner Arbeit und seinem Designansatz spielen. So tauchen Restaurants und stark expressive Innenräume mit einem sozialen Mittelpunkt während seiner gesamten Karriere immer wieder auf.

Da die Familie in Hårslev wohnte, besuchte Verner die Schule in Hårslev, die damals eine sehr kleine Dorfschule war. Das Foto stammt aus dem Jahr 1936, als Verner Panton 10 Jahre alt war. Verner ist derjenige, der in der hinteren Reihe im Türrahmen steht. Sowohl die damalige Schule als auch der Gasthof in Hårslev existieren noch heute, dienen aber inzwischen beide als Privatwohnungen.

Die Fluchtroute

Foto:Andreas Haubjerg

AKTIV IN DER WIDERSTANDSBEWEGUNG

Die Familie Panton bestand aus aktiven Widerstandskämpfern. Während des Zweiten Weltkriegs war Henry Panton (Verners Vater) Pächter des Gasthofes „Mørkenborg Kro“, wo er gelegentlich Vertreter der Besatzungsmacht bewirten musste.

Kurioserweise diente der Gasthof gleichzeitig als Treffpunkt für Gruppen der Widerstandsbewegung (ähnlich wie die Gruppe im berühmten Gasthof „Hvidsten Kro“) Hätten die Nazis dies entdeckt, wäre der Gasthof zweifellos gesprengt worden - aber Henry Panton muss das Risiko als lohnend im Dienste der guten Sache eingeschätzt haben.

Wie sein Vater und seine Stiefmutter war auch Verner Panton während des Zweiten Weltkriegs stark in der Widerstandsbewegung engagiert. Zu Beginn des Krieges war er noch ein Teenager und musste sich mit Aufgaben wie dem Verteilen von Flugblättern begnügen, wurde aber später in der Bogense-Gruppe des Widerstands aktiv. Als Verner 1944 die Technische Schule in Odense besuchte und dort ein Zimmer bewohnte, erfuhren die Nazis, dass er als Waffenkurier tätig war und beim Verstecken von Waffen für den Widerstand half. Die Nazis verwüsteten Verners Zimmer und fanden Beweise dafür – woraufhin Verner untertauchen musste. Ein Jahr lang versteckte er sich auf einem nordfünischen Bauernhof, wo ein Fluchtweg vorbereitet war, falls die Nazis plötzlich vor der Tür stünden.

Das Zimmer, in dem Verner Panton untergetaucht war, ist bis heute fast unverändert erhalten, und man kann immer noch sehen, wie er im Ernstfall hätte fliehen müssen: durch ein Dachfenster, über das Dach des Schweinestalls, in den Heuboden und an einem Seil hinunter, das ständig bereitlag, um dann in den Wald hinter dem Hof zu flüchten.

Die Widerstandsbewegung vor dem Rathaus von Bogense

Foto:Bogense Lokalarkiv (Stadtarchiv Bogense)

Die Besatzungsmacht richtete Waffenkurierer hin, daher setzten Verner Panton und die anderen Kuriere tatsächlich ihr Leben aufs Spiel. Es war daher notwendig, äußerst vorsichtig zu sein.

Der Gasthof „Mørkenborg Kro“ existiert noch heute und liegt am Rugårdsvej bei Stillebæk.

Am Tag nach der Befreiung im Jahr 1945 versammelte sich die gesamte nordfünische Widerstandsbewegung vor dem Rathaus von Bogense. Dabei entstand ein ikonisches Foto, das sich heute im Militärhistorischen Museum Fünen in Odense (Dänemark) befindet. Verner und Henry Panton sind auf dem Foto eingerahmt.

Der Gasthof „Kom-Igen“

Foto:Verner Panton Design AG

GASTHOF „KOM IGEN“, BEI LANGESØ 1958–1984

Der Anbau des Gasthofes „Kom Igen“ („Komm wieder“) bei Langesø wurde 1958 eröffnet und entwickelte sich zu einem gewaltigen Publikumsmagneten. Es war allgemein bekannt, dass man bei einem Sonntagsbesuch mit einem Verkehrschaos in der Gegend rechnen musste.

Verner Pantons Vater, der Pächter des Gasthofes war, gab den Anbau bei seinem Sohn (dem Architekten) in Auftrag. Heute gilt der Anbau als Verner Pantons erstes gestalterisches Statement. Hier zeichneten sich die Konturen dessen ab, was später als Pantons „Total Design“ bekannt werden sollte - unter anderem wurde der berühmte Cone Chair („Tütenstuhl“) eigens für diesen Zweck entworfen.

Schild des Gasthofs „Kom-Igen“

Foto:Verner Panton Design AG

Innenansicht des Gasthofs „Kom-Igen“

Foto:Verner Panton Design AG

Verner Pantons Erweiterung des „Kom Igen“-Gasthofes war alles andere als nebensächlich. Der Anbau war so groß, dass der Gasthof problemlos 700 bis 800 Gäste bewirten konnte! Damit war der Anbau um ein Vielfaches größer als der „alte“ Gasthof und hob sich architektonisch deutlich vom ursprünglichen Gebäude ab.

Der Anbau war von internationalen modernen Architekturströmungen geprägt, mit Leichtbaukonstruktionen aus Holz, Glas und Beton. Die Geometrie spielte eine prominente und sehr sichtbare Rolle - und das gesamte Interieur war in fünf Rottönen gehalten, weshalb der Anbau im Volksmund schnell den Spezialnamen „Der Rote Rubin“ erhielt. Nicht nur Möbel, Wände und Lampen wurden speziell für dieses Gebäude entworfen; sogar die Uniformen der Kellner waren rot - auch Tischdecken, Servietten und Speisekarten waren rot und in das Gesamtkonzept integriert.

Für mehrere Generationen auf Nordfünen wurde der Gasthof „Kom Igen“ zum gesellschaftlichen Mittelpunkt für Freunde, Familien und Geschäftspartner – und die Erinnerungen an den „Roten Rubin“ rufen bei vielen älteren Bewohnern der Region noch immer starke Emotionen hervor. Im Jahr 1984 wurde der Anbau abgerissen, was heute als architektonische und designgeschichtliche Tragödie bezeichnet wird.

Heart Cone Chair und Cone Chair

Foto:Verner Panton Design AG

HEART CONE CHAIR, 1958–1960

Ein Stuhl hat doch vier Beine

Die ersten Cone Chairs („Tütenstühle“) mit rotem Stoffbezug wurden 1958 in einer kleinen Serie eigens für den Gasthof „Kom Igen“ auf Fünen entworfen und hergestellt. Mit diesem Stuhl stellte Panton die gängigen Konventionen auf den Kopf, indem er eine Konstruktion schuf, die sowohl futuristisch als auch skulptural war.

In Zusammenarbeit mit der Firma „Plus-linje“, die ausschließlich Pantons Entwürfe produzierte und vertrieb, entwickelte Verner Panton die Idee zu einer ganzen Möbelserie weiter. Dazu gehörte auch der „Heart Cone Chair“, der heute als einer der großen Klassiker Pantons gilt.

Als die ersten „Heart Cone Chairs“ in einem Schaufenster in New York ausgestellt wurden, verursachten sie aufgrund ihres auffälligen und innovativen Designs ein Verkehrschaos. Schließlich musste die Polizei eingreifen und verlangte, dass sie aus dem Fenster entfernt wurden.

Astoria, Trondheim 1960

Foto:Verner Panton Design AG

ASTORIA, TRONDHEIM 1960

Mit seiner Inneneinrichtung für das Astoria in Trondheim entwickelte Verner Panton sein Konzept des „Total Design“ weiter. Hier war er erneut selbst für den Entwurf von Textilien, Möbeln und Leuchten verantwortlich, wobei alle Flächen des Raumes einbezogen wurden, um ein einheitliches Ganzes zu schaffen.

Das Bild zeigt die Einrichtung des Restaurants mit Pantons Cone Chairs („Tütenstühlen“), Topan-Leuchten sowie Wänden und Böden, die mit verschiedenen Versionen von Pantons Textildesign „Geometri“ ausgekleidet sind.

Ich habe wirklich das Gefühl, dass dies die erste Lösung für die große Frage ist, die uns seit dem großen Durchbruch des Funktionalismus beschäftigt hat: Wie machen wir ein Restaurant zu einem behaglichen Ort für die Gäste?“

Poul Henningsen, Designer und Kritiker, LP-Nyt DK 1961

Die Decke als Bühne

Foto:Verner Panton Design AG

DIE DECKE ALS BÜHNE

Im Jahr 1959 erhielt Verner Panton den Auftrag, die Kunsthandwerksausstellung auf der beliebten dänischen Handelsmesse „Købestævnet“ in Fredericia zu gestalten. Panton überraschte sowohl seinen Auftraggeber als auch das Publikum, indem er die Ausstellung an der Decke aufhängte. Sein Argument war, dass die Objekte so für alle sichtbar blieben, selbst wenn der Raum voller Menschen war.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt mit Pantons Cone Chairs („Tütenstühlen“) sowie Möbeln von Børge Mogensen und Poul Volther, die nach Pantons Anweisungen an der Decke montiert waren. Die Ausstellung fand große Beachtung - auch in der internationalen Presse - und sein Freund Poul Henningsen, der Designer und Kritiker, merkte an, dass man auch Werbung für den Kleber hätte machen sollen, mit dem die Gegenstände an der Decke befestigt waren.

Bayers Dralon-Schiff (Visiona 0), Köln 1968

Foto:Verner Panton Design AG

BAYERS DRALON-SCHIFF (VISIONA 0), KÖLN 1968

Anlässlich der jährlichen Messe in Köln wurde Panton von der deutschen Firma „Bayer“ eingeladen, eine Ausstellung zu gestalten, die das neue synthetische Material namens Dralon bewerben sollte.

Die Ausstellung war auf einem Schiff eingerichtet, das unweit des Messegeländes am Kai lag. Panton präsentierte dort seine eigenen Textildesigns sowie Möbel und Leuchten in kleinen monochromen Räumen, damit die Besucher erleben konnten, wie Farbe und Licht die Stimmung beeinflussen.

Speziell für diese Ausstellung entwarf Verner Panton das Textil „Anatomica“. Auf den Stoff sind Marianne Pantons Augen und Lippen gedruckt. Andere Drucke zeigten Mariannes Füße sowie Verners Hand und Ohren. Panton präsentierte zudem mehrere weitere innovative Möglichkeiten, die Textilien einzusetzen.

Der SPIEGEL-Hauptsitz, Hamburg 1969

Foto:Verner Panton Design AG

SPIEGEL-HAUPTSITZ, HAMBURG 1969

Im Jahr 1969 schuf Panton eines seiner bekanntesten Innenarchitekturprojekte: die Gestaltung des Hauptsitzes des Spiegel-Verlags in Hamburg.

Aus dem eher tristen, modernen, grauen Beton-Bürogebäude schuf er farbkräftige, lebendige Räume, die sowohl den Mitarbeitern als auch den Besuchern ein unvergessliches Erlebnis boten.

Hier zu sehen ist das Schwimmbad im Keller, das schnell weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt wurde.

Die Spiegel-Mitarbeiter liebten die Einrichtung so sehr, dass das meiste über Jahrzehnte hinweg unverändert blieb, und die Kantine blieb so lange intakt, bis der Verlag in ein neues Gebäude umziehen musste. Dort richteten sie als Hommage an ihr früheres Domizil eine neue Panton Lounge ein.

Die ursprüngliche Kantine zog in ihrer Gesamtheit um und befindet sich heute im Museum MK&G in Hamburg, wo ein Teil der Einrichtung bis heute besichtigt werden kann.

Fantasy Landscape, Visiona II, 1970

Foto:Verner Panton Design AG

FANTASY LANDSCAPE, VISIONA II, 1970

Im Jahr 1970 kehrte Panton als visionärer Designer für Bayer mit der Ausstellung „Visiona II“ zurück, und seine Installation „Fantasy Landscape“ wurde zum absoluten Publikumsmagneten der Schau. Die utopische Möbellandschaft - eine nuancenreiche Wohnwelt in organischen Formen - erregte weit über Designfachkreise hinaus großes Aufsehen.

Die gesamte Visiona II-Ausstellung zeugte von Pantons kreativer Originalität und gilt als einer der Höhepunkte seiner Karriere. Aus designgeschichtlicher Sicht wird die „Fantasy Landscape“ bis heute als eine der bedeutendsten räumlichen Installationen des 20. Jahrhunderts betrachtet.

Der Hauptzweck meiner Arbeit ist es, die Leute dazu zu provozieren, ihre Fantasie zu nutzen.“ Verner Panton

Der Panton Chair, 1958/1967

Foto:Verner Panton Design AG

EINE WELTBEKANNTE IKONE: DER PANTON CHAIR, 1958/67

Man sitzt besser auf einer Farbe, die man mag“ Verner Panton

Mit dem Panton Chair schrieb Verner Panton Designgeschichte. Der Panton Chair war der weltweit erste Freischwinger Stuhl, der aus einem einzigen Material gefertigt wurde, und gilt heute als eines der größten Meisterwerke des modernen Designs. Der Stuhl ist ein so wichtiger Teil des kulturellen Erbes, dass er 2006 in den dänischen Kulturkanon aufgenommen wurde.

Verner Panton träumte davon, einen Stuhl zu erschaffen, bei dem Rücken, Sitzfläche und Beine in einer einzigen, haltbaren Form verschmelzen. Sein erster großer Schritt war der „S-Chair“ für Thonet aus dem Jahr 1956, der aus formgepresstem Sperrholz gefertigt wurde.

1958 ließ Panton seinen Freund Sven Hassel bei Dansk Akrylteknik (Dänische Acryltechnik) das erste Modell anfertigen, aber ihm fehlte ein Hersteller, der es wagte, auf Kunststoff zu setzen - in einer Zeit, in der sich alles um Holz drehte. 

Glücklicherweise traf er Willi und Rolf Fehlbaum vom Möbelhersteller Vitra. Die Fehlbaums waren fasziniert von dem beinlosen Stuhl und verbrachten gemeinsam die nächsten vielen Jahre damit, mit Materialien zu experimentieren.

Nach vielen Versuchen ging der Stuhl 1967 in Produktion, und bis heute wird der Panton Chair Classic aus hartem Polyurethanschaum hergestellt, der von Hand poliert wird. Seit 1999 ist der Stuhl auch in einer neueren stapelbaren Version aus Polypropylen erhältlich, an deren Entwicklung Verner bis zu seinem Tod im September 1998 mitgewirkt hatte.

Ferienhaus in Hornbæk, 1972–1993

Foto:Verner Panton Design AG

FERIENHAUS IN HORNBÆK, 1972–1993

Im Jahr 1972 kauften Verner und Marianne Panton ein Ferienhaus in Hornbæk. Sie waren dort auf einer Party gewesen und hatten sich unsterblich in die Aussicht vom Garten aus verliebt, doch in der Dunkelheit hatten sie dem Haus selbst keine große Beachtung geschenkt.

Nachdem sie das Haus gekauft hatten, sah Panton es zum ersten Mal bei Tageslicht. Er fand es so hässlich, dass er ausrief, es gäbe nur zwei Möglichkeiten: Entweder man verkaufe es sofort wieder oder man mache etwas Lustiges daraus.

Und genau das tat er. Er ließ die Fassade in einem lebendigen Grasgrün streichen, und die Fensterrahmen wurden alle in den gleichen Farben gestrichen wie die dahinterliegenden Räume.

Natürlich waren die Nachbarn von diesem exotischen Anblick nicht gerade begeistert, und der örtliche Grundeigentümerverein wollte einen offiziellen Protest einlegen - doch am Ende fand sich niemand, der unterschrieb. 

Später ließ Panton das Haus himmelblau streichen, und die Familie verbrachte dort viele ihrer Urlaube.

Varna Restaurant, Aarhus, 1971

Foto:Verner Panton Design AG

RESTAURANT VARNA, AARHUS, 1971

Im Jahr 1971 gestaltete Verner Panton die Inneneinrichtung für das Restaurant Varna in Aarhus.

Verner Panton betonte die einzigartige räumliche Aufteilung des Restaurants durch eine spezifische Farbgestaltung für jeden Abschnitt und jeden Raum. Er verwendete Orange und Rot für die kreisförmigen Eckräume und Lila als Primärfarbe im zentralen Teil des Restaurants. Die Decke war mit einer großen, wellenförmigen Installation aus farbigen Kugeln geschmückt, welche die Farben des Kreismusters im Teppich widerspiegelten und sowohl eine künstlerische als auch eine akustische Funktion hatten.

Ein Restaurantkritiker behauptete, dass ein Besuch des Restaurants aufgrund der Inneneinrichtung ein absolutes „Muss“ sei,  auch wenn er selbst das Essen nur als mittelmäßig bewertete.

Panton-Gang, Basel, 1978

Foto:Verner Panton Design AG

Panton Gang, Basel, 1978

Foto:Verner Panton Design AG

PANTON-GANG, BASEL, 1978

Im Jahr 1977 erhielt Verner Panton den Auftrag, einen düsteren, fensterlosen und etwas unheimlichen unterirdischen Gang am Universitätsspital Basel zu verwandeln. Allein durch die Anwendung seiner charakteristischen Farben und Muster an Decke und Wänden schuf er ein Kunstwerk - eine helle und freundliche Passage, die durch ihre Schlichtheit und Frische bestach. Leider war es technisch nicht möglich, den Boden mit einzubeziehen, wie Panton es ursprünglich geplant hatte.

Im Jahr 2021 wurde leider beschlossen, den Gang aufgrund eines größeren Umbaus des Krankenhauses abzureißen. Dies löste eine Debatte in der lokalen Presse aus, da viele das Projekt für erhaltungswürdig hielten.

Panton-Gang, Basel, 2024

Foto:Verner Panton Design AG

Panton Gang, Basel, 2024

Foto:Verner Panton Design AG

PANTON-GANG, BASEL, 2024

Als beschlossen wurde, Pantons Gang von 1978 aufgrund eines größeren Umbaus abzureißen, löste dies eine so große Debatte aus, dass das Universitätsspital entschied, das Projekt an einer anderen Stelle auf dem Krankenhausgelände neu zu errichten.

Der neue Gang von 2024 ist ein Stück kürzer als das Original, weshalb einige Abschnitte weggelassen wurden. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Verner Panton Design AG war es möglich dem Original so treu wie möglich bleiben zu können. Sowohl die Farbwahl als auch die Muster wurden nach Pantons Originalzeichnungen und Beschreibungen rekonstruiert. 

Im neuen Panton-Gang wurde nun auch der Boden in das Design einbezogen, so wie Panton es ursprünglich geplant hatte. Dies war im Jahr 1978 technisch noch nicht möglich gewesen.

Trapholt "Lyset og farven" („Das Licht und die Farbe"), 1998/2021

Foto:Verner Panton Design AG

TRAPHOLT: LYSET OG FARVEN („DAS LICHT UND DIE FARBE“), 1998/2021

Im Jahr 1998 schuf Verner Panton in Zusammenarbeit mit dem Museum Trapholt in Kolding (Dänemark) eine große Ausstellung seiner Werke. Die Installation „das Licht und die Farbe“ wurde eigens für eine Reihe von Räumen des Museums entworfen. Leider war dies die letzte Ausstellung, die Verner Panton selbst gestaltete und kuratierte. Wie seine früheren Arbeiten war die Ausstellung satt an Farbe und fantasievoll und wurde zu einem großen Erfolg. 

Bedauerlicherweise erlebte Panton dies nicht mehr, da er nur zehn Tage vor der Eröffnung von uns gegangen war.

Im Jahr 2021 beschloss Trapholt in enger zusammenarbeit mit der Verner Panton Design AG, Pantons letzte Installation als Teil einer großen Retrospektive zurück nach Trapholt zu bringen - auch dieses Mal wurde sie zu einem Riesenerfolg.

Centre Pompidou

Foto:Verner Panton Design AG

CENTRE POMPIDOU - ARCHITEKTURWETTBEWERB

Es ist weniger bekannt, dass Verner Panton im Laufe seiner Karriere immer wieder an Architekturprojekten arbeitete. Von all diesen war sein Wettbewerbsbeitrag für das neue Centre Pompidou in Paris zweifellos eine der größten Enttäuschungen seiner Karriere.

Panton und sein Team arbeiteten Tag und Nacht an dem Entwurf, der pünktlich und streng nach den Wettbewerbsvorgaben versandt wurde. Aufgrund eines Streiks bei der französischen Post kam das Projekt jedoch nie in Paris an - es verschwand spurlos zusammen mit mehreren anderen eingereichten Vorschlägen. 

Trotz offizieller Beschwerden - auch seitens der UIA (Internationaler Architekten-Verband) - ließ sich nichts mehr ausrichten.

Wer weiß, was passiert wäre, wenn das Projekt angekommen wäre...

Cirkusbygningen, København, 1984

Foto:Verner Panton Design AG

Cirkusbygningen, Kopenhagen, 1984

Foto:Verner Panton Design AG

CIRKUSBYGNINGEN (DAS ZIRKUSGEBÄUDE), 1984

Anfang der 1980er Jahre wurde Verner Panton gebeten, die Inneneinrichtung des berühmten Zirkusgebäudes in Kopenhagen neu zu gestalten. Seine Rolle war die des Innenarchitekten sowie des Farb- und Lichtgestalters.

Sein fantasievolles und farbintensives Design, das alle Publikumseinrichtungen umfasste, sollte den Gästen ein außergewöhnliches Erlebnis bieten - von dem Moment an, in dem sie durch die Tür traten, bis hin zum beeindruckenden Saal unter der Kuppel. Panton entwarf zudem eine spezielle Lichtshow, die unmittelbar vor Beginn der Vorstellung gezeigt wurde.

Das Bild zeigt Pantons ursprüngliche Gestaltung des Kuppelsaals mit der großen Manege. Durch Pantons farbreichen Stühle wirkten die Zuschauerreihen wie eine Blumenwiese, die auch dann einen interessanten Anblick bot, wenn der Saal nicht ganz gefüllt war.

Heute ist leider nur noch die Gestaltung der Decke in ihrer ursprünglichen Fassung erhalten.

Cirkusbygningen, København, 2025

Foto:Verner Panton Design AG

Cirkusbygningen, Kopenhagen, 2025

Foto:Verner Panton Design AG

CIRKUSBYGNINGEN (DAS ZIRKUSGEBÄUDE), 2025

Im Herbst 2025 öffnete das Zirkusgebäude seine Türen zu einem neu restaurierten Haus, in dem alle Publikumseinrichtungen – mit Ausnahme des großen Kuppelsaals – modernisiert wurden.

Nachdem sie jahrelang vernachlässigt worden war, wurde Pantons festliche Farb- und Lichtgestaltung des grünen Vestibüls sowie der drei Foyers (in Rot, Orange bzw. Lila) wiederhergestellt. Das Ergebnis ist genau so festlich und schillernd, wie Panton es ursprünglich geplant hatte.

Pantons ursprüngliche Inneneinrichtung von 1984 ist Teil der Denkmalschutzbestimmungen des Gebäudes, und die Farb- und Lichtgestaltung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Verner Panton Design AG nach Pantons Originalzeichnungen und -beschreibungen rekonstruiert.

Pantons Privathaus, Binningen, 1972–1987

Foto:Verner Panton Design AG

PANTONS PRIVATHAUS, BINNINGEN, 1972–87

Verner Pantons privates Zuhause spiegelte natürlich auch seine Freude an Farben wider. Das Bild zeigt Verner und Marianne Panton in Pantons visuell aufblühender, aber harmonischer Einrichtung, die mit Möbeln aus eigenem Entwurf - Panton Chairs, Sitting Wheel, Sitting Stairs sowie Mirror Sculptures an den Wänden - ganz klassisch "Panton" ist.

Einige Entwürfe, die sich im Privathaus der Familie Panton befanden, sind heute in unterschiedlichsten Museen ausgestellt. Die berühmte Muschel Decke aus dem Esszimmer, an der Panton von 1972 bis 1987 arbeitete - bestehend aus tausenden Muschelschalen - kann heute im Restaurant der „Kunsthalle“ in Basel besichtigt werden.

Ein weiteres Beispiel ist das Sitzmöbel „Living Sculpture“ (von 1972), welches mehrere Jahre lang Teil der Einrichtung im Wohnzimmer der Familie in Binningen war. Als die Familie das Haus verkaufte, erwarb das Centre Pompidou das Werk, das seitdem Teil der ständigen Sammlung des Museums ist.

VP Globe und Panthella

Foto:Verner Panton Design AG

PANTON UND DAS LICHT

Verner Panton betrachtete Licht als mehr als bloße Beleuchtung - er setzte seine Leuchten oft als atmosphärische Objekte ein und schuf zahlreiche, höchst unterschiedliche Entwürfe. Dieses Bild zeigt nur eine kleine Auswahl davon.

Die Flowerpot-Pendelleuchte von 1968 ist mit ihren zwei zusammengesetzten Halbkugeln schlicht und spielerisch; sie spendet ein weiches, angenehmes Licht, während die Form eine spielerische Einfachheit ausstrahlt. Die VP Globe von 1969/70 ist transparent und futuristisch - fast wie eine Seifenblase in der Luft schwebend. Hier ist das Innere der Leuchte sichtbar, nicht jedoch die Lichtquelle selbst, da das Licht mit hoher Präzision reflektiert und verteilt wird. Mit der Panthella von 1971 schuf Panton eine Leuchte, die sowohl funktional als auch skulptural ist - die reflektierenden Eigenschaften des Schirms und die geschwungenen Formen des Fußes erzeugen ein warmes, sanftes Licht, das sie ideal für private und öffentliche Räume macht.

Alle Leuchten von Panton haben gemeinsam, dass man die Leutquelle nicht direkt sehen kann - Verner Panton legte großen Wert darauf, dass das Licht warm sein sollte und nicht blendete.

Insgesamt zeigen diese Leuchten Pantons Fähigkeit, Form, Farbe und Licht in zeitlosen Designikonen zu vereinen.

PantoSwing

Foto:Verner Panton Design AG

PANTON-SCHULMÖBEL

Wussten Sie, dass Sie Ihre Schulzeit möglicherweise auf einem von Verner Panton entworfenen Stuhl verbracht haben?

Obwohl Verner Panton wohl am bekanntesten für seine farblich großzügige Gestaltung und bahnbrechenden Designs ist, war er auch sehr an Komfort und Ergonomie interessiert. Er hatte eine Abneigung gegen die Vorstellung, in einer einzigen statischen Position festzusitzen.

Die ursprüngliche Idee für einen ergonomischen Stuhl entstand bei einer Diskussion über dynamisches Sitzen, welche Panton mit dem Orthopädie-Spezialisten Prof. Dr. Erwin Morscher aus Basel und später auch mit Prof. Dr. Thomas Müller, dem Direktor und Inhaber von VS, führte. Panton entwickelte das Konzept gemeinsam mit dem deutschen Möbelhersteller VS weiter. Die Idee war, eine Stuhlserie zu designen, auf der man auf verschiedenster Weise sitzen konnte.

Die Stuhlserie PantoFlex war ursprünglich für den Einsatz in Büros gedacht, doch dank ihrer herausragenden ergonomischen Eigenschaften wurde eine angepasste Version namens PantoSwing für den Einsatz in Schulen auf den Markt gebracht.

Heute hat sich der PantoSwing längst als ergonomischer Schulstuhl für dynamisches Sitzen etabliert. Es gibt vier verschiedene Sitzgrößen, sodass er für Schüler aller Altersgruppen passt – von den Kleinsten bis zu den Größten. 

Die Panton-Schulstühle wurden mit den unterschiedlichsten Preisen und Zertifikaten für Ergonomie, Sicherheit und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

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